Über Selbstwahrnehmung, Heilung und die stille Kraft in uns
Hier teile ich Gedanken über Selbstwahrnehmung, Heilung und die stille Kraft, die in jedem von uns wohnt.
Ich schreibe über das Leben, die Seele und das achtsame Wahrnehmen des Augenblicks.
Wenn man nicht gesehen wird … und beginnt, sich selbst zu sehen
Manchmal kommen Geburtstage still – ohne Glanz, ohne große Erwartungen, aber mit einer sanften Einladung hinzuschauen.
In diesem Jahr habe ich mich nicht gefragt, wer mich feiert, sondern ob ich mich selbst sehen kann. Was ich dabei gespürt und erkannt habe, möchte ich hier teilen – ein persönlicher Gedanke über Erwartung, Enttäuschung und die leise Rückkehr zu mir selbst.
Geburtstag – der Tag, an dem ich mich selbst sehe
Heute bin ich das Geburtstagskind.
Dieser Tag trägt eine besondere Schwere – er berührt etwas Altes in mir. Als Kind hatte ich eine große Sehnsucht nach Aufmerksamkeit, Nähe und Liebe. Ich hoffte jedes Jahr, dass ich wenigstens an meinem Geburtstag all das bekommen würde – gesehen, wahrgenommen, geliebt zu werden.
Doch die Realität war anders.
Statt Wärme und Freude kam oft Enttäuschung – und das Gefühl, irgendwie unsichtbar zu sein.
Selbstschutz statt Selbstliebe
Als junge Erwachsene hörte ich irgendwann auf, meinen Geburtstag zu feiern.
Keine Gäste, keine Erwartungen – kein Risiko, wieder verletzt zu werden.
Ich dachte lange, ich wäre mir selbst nicht wichtig genug, um mich feiern zu lassen.
Heute weiß ich: Es war kein Mangel an Selbstliebe, sondern Selbstschutz.
Ich wollte mich vor der immer gleichen Enttäuschung bewahren –
vor dem Schmerz, an meinem eigenen Tag nicht gesehen zu werden.
Diese Erkenntnis tut weh. Auch heute.
Selbstwahrnehmung als Schlüssel zur Heilung
Heute erwarte ich nichts mehr – ich beobachte.
Ich nehme die Realität wahr, so wie sie ist: manchmal schön, manchmal traurig.
Ich weiß inzwischen, dass ich mich selbst wertschätzen und annehmen kann.
Ich nehme keine Geschenke mehr an, die nicht von Herzen kommen.
Ein lieblos gekaufter Gegenstand ist kein Zeichen von Liebe.
Wahre Zuneigung zeigt sich in Aufmerksamkeit, ehrlichem Dasein und Interesse.
Was besonders schmerzt, ist, wenn selbst das kleine Zeichen von Anteilnahme fehlt –
nicht aus Vergesslichkeit, sondern aus Gleichgültigkeit.
Diese Leere trifft tief – wie ein stiller, unsichtbarer Pfeil.
Achtsamkeit und Selbstmitgefühl
Darum schenke ich mir heute selbst, was ich brauche:
Zuwendung, Achtsamkeit und Frieden.
Ich halte inne, lausche mir selbst und nehme meine Gefühle liebevoll an.
Und doch spüre ich sie – die kleine Ilona in mir.
Sie ist traurig, weil sie merkt, dass sie – obwohl von Menschen umgeben – innerlich allein ist.
Sie wünscht sich Gesehenwerden, echtes Mitgefühl und Berührung, die von Herzen kommt.
Dieser Schmerz ist alt, aber heute darf er da sein.
Denn heute sehe ich mich.
Ich nehme mich ernst und gebe mir, was ich so lange gesucht habe:
Aufmerksamkeit, Wärme und Verständnis.
Vielleicht ist genau das das größte Geschenk,
das ich mir an meinem Geburtstag machen kann.
Nachwort: Die leise Rückkehr zu sich selbst
Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch –
den stillen Wunsch, endlich gesehen zu werden,
nicht für das, was du tust, sondern für das, was du bist.
Dieser Tag erinnert mich daran,
dass das Wesentliche nicht im Geschenk oder im Aufwand liegt,
sondern im Miteinander-Sein – hier und jetzt.
In einem ehrlichen Blick, einem echten Gespräch, einer stillen Berührung.
Dort, wo Herzen sich begegnen, beginnt das Leben wieder zu fließen.
Dort beginnt Liebe – und Heilung.





